Austrian Composers Week


19.Juni, 19.30
CMS Sonic Lab, ABU Lin



call

Echt Jetzt !?


© Sam Erpelding

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Programm


1
Sam Erpelding

Chiroptera socius docta
Fixed-Media 16-channel


2
Christoph Renhart

Music With Moons
Generative AV

3
Belma Bešlić-Gál und Bernhard Gál

flut
for bass flute and quadrophonic sound projection

Doris Nicoletti, Bassflöte


4
Se-Lien Chuang

gula huset
Elektroakustische Komposition

5
Dieter Kaufmann

Durch die Nacht
für Violine und prerecorded Electroacoustics

Adam McOwen, Violine

-Pause-

6
Peter Trabitzsch

Und in der Ferne rauschen des heiligen Stromes Welln
Fixed Media 8 channel

7
Tom Aitken

Jo
for solo piano and fixed media
Eunhye Kim, Klavier

8
Andreas Weixler

WaterGhost
Elektroakustische Komposition

9
Gabriel Bramböck

Venus Anadyomene
Stereo distribution




© Sam Erpelding

1
Sam Erpelding


Chiroptera Socius Docta

ist ein Mehrkanal Stück über die Echoortung und die sozialen Rufe von Fledermäusen. Die Aufnahmen wurden im Mai 2022 im Nationalpark Donau-Auen (Au) gemacht, und es wurden neun verschiedene Fledermausarten identifiziert.
Die Aufnahmen wurden anschließend mit wissenschaftlichen Methoden und elektroakustischen Kompositionstechniken verarbeitet. Pipistrellus nathusii, Nyctalus noctula und Myotis daubentonii leiten die Komposition mit ihren Ortungsrufen ein. Es folgen die ersten Rufe und das Leitmotiv in
Form der sozialen Rufe von Pipistrellus pygmaeus. Eptesicus serotinus und Nyctalus leisleri folgen dem Wechselspiel, und nur wenige Male sind Myotis mystacinus, Plecotus austriacus und Plecotus auritus zu hören. Im Hintergrund erklingen die Rufe als zeitloses Atmen und ziehen sich durch das ganze Stück. “Sozial Intelligentes
Fledertier" (Latein) erzählt von der akustischen und sozial interaktiven Welt der Fledermäuse und lädt den Hörer ein, diese oft nicht wahrnehmbare Welt besser zu verstehen.
Das Werk wurde erstmals als Radiokunstwerk im Rahmen der RADIO ART ZONE für Esch-an- der-Alzette (Lu) Kulturhauptstadt Europas 2022 veröffentlicht. Daraufhin wurde eine erste Mehrkanal Version im Rahmen der Ars Electronica 2022 als Teil des "Immersive Sound" im CMS Sonic Lab der Anton Bruckner Privatuniversität (Au), veröffentlicht. Eine audio-visuelle binaural Version wird am “Earth Day Art Model 2023” vorgeführt. Für “Austrian Composers Day 2023” wurde das Stück nochmals neu arrangiert, überarbeitet und angepasst.


© Reinhard Winkler


Sam Erpelding

 (*1992, Luxemburg) ist Toningenieur, Klangkünstler und Ökoakustiker.
Er schloss sein Studium der Tontechnik an der SAE Wien ab und absolvierte den Lehrgang für Computermusik und elektronische Medien an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. 2019 schloss er den Masterstudiengang Digitale Medientechnologien an der Fachhochschule St. Pölten ab und führte im Rahmen seiner Masterarbeit eine Ambisonic Soundscape Untersuchung im Nationalpark Donau-Auen durch, für die er den Forschungspreis des Nationalpark Austria erhielt.
2018 war er Artist in Residence in der Kunsthalle Groß-Siegharts in Niederösterreich und veröffentlichte seine Klanginstallation "Prënzebierg". 2020 gewann er gemeinsam mit der Sprachkünstlerin Elif San den ORF-Ö1 Radiokunstwettbewerb. Er ist Mitbegründer des luxemburgischen Kunstkollektivs "D'Kréiennascht" und seit 2021 Mitglied des Radiokunstnetzwerks der Großregion "Radiôme". Derzeit promoviert er an der Anton-Bruckner Privatuniversität in Linz in Kooperation mit der Universität Salzburg und forscht im Nationalpark Donau-Auen und Kalkalpen (Au).






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Christoph Renhart

Music With Moons
Generative AV
for computer (2022-2023)

»Music With Moons« ist eine überwiegend in der Programmiersprache JavaScript geschriebene audiovisuelle Komposition, deren Quellcode durch einen Internetbrowser wie Google Chrome oder Microsoft Edge in mehrfacher Hinsicht ›interpretiert‹ wird – in technischer wie in künstlerischer. Interpretation bedingt im künstlerischen Sinne ein Momentum der Unvorhersehbarkeit und der Einzigartigkeit oder Nichtreproduzierbarkeit der Werkdarstellung: Ganz in diesem Sinne unterscheidet sich jede Aufführung meiner Komposition von jeder anderen. Der Spielraum ist dabei  klar durch Algorithmen definiert, das Werk bleibt in seiner Form, Harmonik und Gestik immer eindeutig dasselbe, wird aber durch die Verwendung von Zufallsfunktionen stets neu ausgeleuchtet.

»Music With Moons« hat vier große Formteile, die sich atmosphärisch wie auch grafisch voneinander klar unterscheiden. Der zweite Teil bringt beispielsweise eine andersartige Harmonik, die sich auf die Teilung einer reinen Quinte in vier gleich große Teile stützt – einen Bruch zum ersten Teil, den man in dieser Hinsicht relativ deutlich hört.

Technisch betrachtet besteht das gesamte Stück aus selbst aufgenommenen Samples von Klangschalen, Gläsern, Keramikschüsseln, Topfdeckeln, einem Gong, verschiedenen Holzklängen und mit SuperCollider generierten Klängen – einem Instrumentarium also, das vom Computer selbst gespielt wird. Die Grafiken werden – bis auf die Eule im letzten Teil – im Browser live generiert. Grafische und klingende Objekte sind voneinander abhängig und lösen sich gegenseitig aus.


Foto © Ben Viaperalta

Christoph Renhart

(*1987 in Graz) absolvierte Studien in Komposition und Klavier an der Kunstuniversität Graz, wo er seit 2018 als Senior Lecturer musiktheoretische Fächer unterrichtet.

Eine nachhaltige künstlerische Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Ensemble Kontrapunkte und dem Ensemble Zeitfluss, der Mezzosopranistin Klaudia Tandl oder dem Bariton Georg Klimbacher; darüber hinaus erfuhren seine Kompositionen Aufführungen durch zahlreiche weitere namhafte Ensembles.
Einspielungen seiner Werke sind in der ORF Edition Zeitton und beim Label VMS erschienen; in diesem Jahr kommt seine eigene Aufnahme des Klavierzyklus’ »XXI Orakel der Nacht – zweites Heft« beim Label col legno heraus. Die Werke Christoph Renharts wurden mehrfach bei internationalen Kompositionswettbewerben ausgezeichnet, zuletzt durch das südkoreanische ensemble blank 2022, beim Carl von Ossietzky Kompositionswettbewerb der Universität Oldenburg 2022 oder beim international Rostrum of Composers 2019.
Seine Werke erscheinen bei der Universal Edition.

https://chrenhart.eu



© Bernhard Gál

3
Belma Bešlić-Gál und Bernhard Gál

flut
für Baßflöte und quadrophone Klangprojektion, 2011

Doris Nicoletti, Bassflöte

Ausgangspunkt von flut war die Idee, Einstimmigkeit im Sinne der islamischen Musiktradition mit dem Monodie-Konzept der westlichen Musik zu verbinden und somit Parallelen zwischen (scheinbar verschiedenen) Kulturen aufzuzeigen. Dieser Gedanke führte jedoch schnell zu einer grundsätzlichen Infragestellung der Polarität von Ein– und Mehrstimmigkeit. Denn schließlich setzt sich bereits jeder einzelne Ton in physikalischer Hinsicht aus periodisch wiederholten Einzelschwingungen zusammen, die Wahrnehmung einer „Stimme“ ist also eher als psychoakustisches Produkt des eigentümlichen menschlichen Hörsinnes zu verstehen denn als Abbild der Realität.
Audioaufnahmen von Sand stellen das vorherrschende Ausgangsmaterial des elektroakustischen Parts des Werkes dar. Hier spiegelt sich das Verhältnis des Einzelnen zum Ganzen bereits in der Beschaffenheit des Materials exemplarisch wider. Ein einzelnes Sandkorn bliebe für das menschliche Ohr weitgehend unhörbar – erst durch die Mehrstimmigkeit der Masse ergibt sich das Klangerlebnis – unzählige Sandkörner verschmelzen zu einer Klanggestalt, zum „einstimmigen“ Rauschen des Sandes.
Gleichzeitig werden die klanglichen Möglichkeiten der Baßflöte und ihr einzigartiges spieltechnisches Potential als „weitere Sandkörner“ verstanden und somit mit der elektroakustischen Klangprojektion zu einem Ganzen verbunden. Ziel ist eine erlebte Einstimmigkeit, die sich aus miteinander verwobenen Einzelelementen zusammensetzt.
flut entstand auf Anregung des in Salzburg lebenden Komponisten Hossam Mahmoud und wurde im November 2011 im Rahmen des Projektes „Oud Plus“ uraufgeführt.

Support: Land Salzburg (Arbeitsstipendium Belma Bešlić-Gál)


Belma Bešlić-Gál & Bernhard Gál

Dies ist die erste kompositorische Zusammenarbeit des österreichischen Komponisten und Klangkünstlers Bernhard Gál und der slowenisch-bosnischen Komponistin und Pianistin Belma Bešlić-Gál, nach vorhergegangenen gemeinsamen Konzertprojekten „Vortex“ und „Void“ und einer künstlerischen Kooperation im Rahmen des interdisziplinären Kunstprojektes „Sterngucker“. Der Akt des Komponierens wird gemeinhin als solipsitische Tätigkeit gesehen, der die Möglichkeit einer kreativen Teamarbeit weitgehend ausschliesst. Dies ist ein Experiment, bei welchem die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Talente zweier Individuen, sowie ihre spezifischen konzeptuellen und handwerklichen Zugänge bei der Schaffung von Musik unter dem Schirm einer gemeinsamen Ästhetik zu einem kollaborativen Werk führen sollen.

© Artist4

Belma Bešlić-Gál

geboren 1978 in Tuzla [Bosnien und Herzegowina]. Komponistin, Pianistin, Kuratorin und Künstlerin, lebt in Wien. Ihr musikalisches Oeuvre umfasst Musiktheater-, Orchester- und kammermusikalische Werke, mit Querbezügen zur Installationskunst, Medienkunst und Literatur. Studium an der HfM Franz Liszt Weimar (Künstlerische Fachrichtung Klavier: Gerlinde Otto, Lazar Berman), sowie Kunstuniversität Graz (Komposition: Bernhard Lang, Klaus Lang). Seit 2011 ist Bešlić-Gál als Co-Kuratorin des transdisziplinären Festivals für Musik und Klangkunst shut up and listen! in Wien tätig. Bešlić-Gáls Werke wurden in zahlreichen Konzerten und Radioportraits präsentiert, u.a. von Ensembles wie szene instrumental, oenm, Ensamble del Cepromusic, ensemble reconsil, Ensemble Kontrapunkte, mise-en, PHACE sowie in Radiosendungen wie ORF-Ö1 Zeit-Ton, hr2-kultur und RAI Südtirol. Sie erhielt Einladungen zu Festivals, u. a. styriarte [Graz], Encuentro de Arte Sonoro Tsonami [Buenos Aires], Sláturtíð Festival [Reykjavík], ICMC 2012 [Ljubljana], Soundings [London], ISCM World New Music Days [Bratislava], Sonemus Fest [Sarajevo, BiH], Musiktheatertage Wien. Ihre Arbeit wurde mit verschiedenen Auszeichnungen bedacht, u.a. I z S-Kunst & Kulturpreis (IzS-Stiftung) 2011, Internationales Arbeitsstipendium „Komponistinnen nach Frankfurt“ (Archiv Frau und Musik) 2011, Staatsstipendium für Komposition 2014 (Bundeskanzleramt der Republik Österreich), Publicity Preis der SKE 2019.


© Bernhard Gál

Bernhard Gál

Der 1971 in Wien geborene Komponist, Künstler und Musikwissenschaftler Bernhard Gál ist in den Bereichen zeitgenössische Musik, Installationskunst und Medienkunst gleichermaßen vertreten. Neben intermedialen Installationen komponiert er Musik für akustische Instrumente sowie elektroakustische Musik, ist auf fünf Kontinenten aufgetreten und hat mit zahlreichen Musikschaffenden der Elektronik- und Improvisationsszene gearbeitet. Gál leitet das transdisziplinäre Festival ‚shut up and listen!‘ in Wien und ist als Lehrbeauftragter an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien tätig. 2021 wurde er mit einer Dissertation über installative Klangkunst an der Universität Mozarteum Salzburg promoviert. Seine Werke wurden in Konzerten, Ausstellungen, Installationen und Radioportraits international präsentiert, mit verschiedenen Auszeichnungen bedacht und auf etwa 40 Tonträgern sowie mit Katalogpublikationen dokumentiert.

http://www.bernhardgal.com


Foto©Se-Lien Chuang

4
Se-Lien Chuang

gula huset
(2017)
Elektroakustische Komposition mit zeitgenössischen Instrumentalklängen und Gesang

Dauer: 7 min 24 sek
komponiert 2017 am VICC - Visby Internationale Centre for Composers
Alle elektronischen Klänge werden aus den Aufnahmen akustischer Instrumente und Stimmen transformiert.
Die Reminiszenz an Mikrofragmente wurde durch die wiederkehrenden Variationen und Nuancen der Sättigungen während der Episoden immer wieder in Erinnerung gerufen. Einige Nachschläge können die Zuhörer überraschenderweise aus dem Zustand einer Trance reißen.
Gula huset ist im Studio Alpha von VICC während eines Composer in Residence im Februar 2017 entstanden. Ich möchte insbesondere Jonny Axelsson (Schweden), Schlagzeug und Ivo Nilsson (Schweden), Posaune, danken, deren Klänge wurden 2016 in Jonnys schönem Atelier aufgenommen. Und andere – Jonas Nilsson (Schweden), Kontrabass und Se-Lien Chuang (Taiwan/Österreich), Gesang, deren Klänge wurden 2017 im Studio Alpha VICC, Visby, Gotland, Schweden aufgenommen.

Foto©LongyouGrottoFestival

Se-Lien Chuang

Komponist, Pianist und Medienkünstler, 1965 in Taiwan geboren, lebt seit 1991 in Österreich. Die künstlerischen und kompositorischen Schwerpunkte reichen von zeitgenössischer Instrumentalkomposition/Improvisation über Computermusik bis hin zu audiovisueller Interaktivität.
Internationale Produktionen, Forschungsaufenthalte und Vorträge sowie zahlreiche Vertretungen von Kompositionen in Europa, Asien, Nord- und Südamerika: ICMC, NYCEMF, NIME, SMC, ISEA, TENOR, Audio Mostly, SICMF Seoul, IAMAS Japan, Ars Electronica Linz, unter anderem. Seit 1996 gestaltet gemeinsam mit Andreas Weixler Atelier Avant Austria, mit Schwerpunkten in der Entwicklung von audiovisuellen interaktiven Systemen und audiovisueller Echtzeit-/Nicht-Echtzeitverarbeitung, Computermusik und algorithmischer Komposition.


http://avant.mur.at




pict © Dieter Kaufmann

5
Dieter Kaufmann


Op.219 „Durch die Nacht“

für Violine Solo und elektroakustische Zuspielung
 
 
Die Anregung des Veranstalters, etwas im Sinne von Felix Mendelssohn Bartholdys „Sommernachtstraum“ zu machen, eine Art „Notturno“, hat mich dazu angeregt, für die elektroakustische Zuspielung eine Stück zu bearbeiten, das ich - unter dem Titel „Hochzeitsreise“ - für den Österreich-Pavillon der Expo in Sevilla 2009 entworfen habe. Es zitiert den Beginn von Mendelssohns „Hochzeitsmarsch“ in verschiedenen Oktaven und Geschwindigkeiten, der dann in den Geräuschen von quietschen- den Straßenbahnen untergeht und allmählich in die Nacht entschlummert.
Die Solo-Violine begleitet diese Reise „durch die Nacht“ in den Schlaf wie eine Nachtigall, deren Gesang mit viel Energie beginnt und beim beginnenden Morgen allmählich ruhiger wird.

Foto© Gunda König

Dieter Kaufmann
Der Komponist Dieter Kaufmann wurde 1941 in Wien geboren. Er studierte in Wien bei Schiske und Einem, in Paris bei Messiaen, Leibowitz, Pierre Schaeffer und François Bayle Komposition und Elektroakustische Musik. Ab 1970 war er Lehrer für dieses Fach an der Wiener Musikuniversität, leitete von 1990 bis 2006 eine Klasse für Komposition, ab 1997 auch für Elektroakustische Komposition. 1975 gründete er mit seiner Frau, der Schauspielerin Gunda König, das "K&K Experimentalstudio" und ist in ganz Europa, in Nord- und Lateinamerika, Ägypten und Taiwan mit Konzerten, Musiktheaterproduktionen und Multi-Media-Performances unterwegs. Kaufmann schrieb Vokal-, Instrumental-, Orchesterwerke, Elektroakustische und Live-Elektronische Kompositionen und zahlreiche Musiktheaterwerke (darunter 7 Opern nach Texten von Gert Jonke, Robert Musil, Roman Brandstätter, Maria Hofmann, Josef Winkler und Elfriede Jelinek).


https://musikprotokoll.orf.at/bio/dieter-kaufmann





pict © Peter Trabitzsch


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Peter Trabitzsch

Und in der Ferne rauschen des heiligen Stromes Welln

Der Titel des Stücks bezieht sich auf einen Gedichtausschnitt der Romantik und wurde für die permanente 8 Kanal Installation in der Stadtpfarrkirche Urfahr komponiert.
Ein zartes Rauschen nimmt eine wellenförmige Gestalt an und verwandelt sich nach und nach zu einem labyrinthischen, aber sehr harmonischen Tongeschwür.

Foto© Ozan Tezvaran

Peter Trabitzsch
ist ein oberösterreichischer Klangkünstler und Komponist elektronischer und zeitgenössischer Musik, der sich akribisch mit den Feinheiten von Klangtexturen beschäftigt, ihre Zerbrechlichkeit erforscht und daraus filigrane Stücke baut. Seine Arbeiten entstehen häufig auf Basis detailreicher Beobachtungen und Wahrnehmungen von visuellen Vorgängen und Atmosphären.
Seit einigen Jahren überträgt er die Essenz seiner Tonbandstücke auf diverse instrumentale Klangkörper in unterschiedlichen Besetzungen.
Bisher entstanden in dieser Art kammermusikalische und großbesetzte Ensemblestücke.
Er studierte Elektroakustik (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien), Medienübergreifende Kunst (Universität für angewandte Kunst Wien), und Komposition (Anton Bruckner Privatuniversität Linz).
Seine Arbeiten im Bereich der Elektronischen – und Zeitgenössischen Musik, Klang – und Medienkunst wurden bereits international präsentiert und ausgestellt.




pict © Tom Aitken

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Tom
Aitken

Jo

2022
for solo piano and fixed media
Jo — yo, joe, yot-o... doesn’t matter,
// bike spokes // Chinese // wanted dreich days in Scotland // the birds of Boerhaavegasse // dehumidifier // moving in and out // a mix/match of experiences

Foto© Felix Rettberg

Tom Aitken

(geb 2001) is a masters composition student at the University of Music and Performing Arts, Vienna. His current music blurs the boundary between a purely noise-based production of sound and moments of blissful awareness that reflect on the tranquility of calmness and slow-paced, fragile harmony. Existing fetishistic qualities are dismissed as the core values of playing an instrument are questioned and categorised. Tom had the opportunity to present his Piano Quintet No.1 for Her Majesty the Queen and members of the Scottish parliament in the summer of 2016. Helmut Lachenmann, Klaus Lang, Neue Vocalsolisten Stuttgart, Ensemble Modern, Meitar Ensemble and Klangforum Wien have aided Tom’s early professional development through international masterclasses, seminars and private lessons in Central Europe and the Middle East. Tom is grateful to be supported by The Cross Trust for a number of years as well as the The Association for Cultural Exchange Foundation, The Scottish International Educational Trust and The Hope Scott Trust.



Foto©Andreas Weixler

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Andreas Weixler


WaterGhosts

5-Kanal elektroakustische Komposition basierend auf zeitgenössischen Instrumentalklängen und Gesang

komponiert 2017 am VICC - Visby Internationale Centre for Composers, Schweden

WaterGhosts wurde im Studio Alpha des VICC während einer Composer in Residence im Februar 2017 geschaffen. Alle elektronischen Klänge basieren auf Aufnahmen von akustischen Instrumenten. Eine  Studio Session mit mehrkanaligen Echtzeit Prozessen von Stimme und Kontrabass ergab gestische Bewegungen von akustischen sowie generierten elektronischen Klängen in einer gemeinsamen Improvisation. Die Aufnahmen der akustischen Klänge eines tiefen Schlagzeugs und einer Posaune werden dann durch die gleiche max msp Live-Bearbeitung mit Granularsynthese und stochastischer Verräumlichung verändert. Die Komposition wird dann durch einen Petzold Subkontrabass-Recorder im Studio vervollständigt, um eine räumliche Komposition in einer organischen Klanglandschaft zu gestalten.

Jonny Axelsson (S), Schlagzeug und Ivo Nilsson (S), Posaune, aufgenommen 2016 in Stockholm, Schweden.
Matilda Andersson (S), Gesang und Jonas Nilsson (S), Kontrabass und Andreas Weixler (A), Live-Elektronik, aufgenommen 2017 im Studio Alpha VICC, Visby, Gotland, Schweden.
Julia Russer (GER), Petzold Subkontrabassblockflöte, aufgenommen im Computer Music Studio in Linz, Österreich 2014. Alle Aufnahmen und elektronische Bearbeitungen erfolgten durch den Komponisten.

Uraufführung: Sonorities Festival, SARC Belfast, 22. April 2018.
weitere Uraufführung: ICMC - International Computer Music Conference, New York City 2019
Version für Longyou Grotto 2019 enthält eine mehrkanalige Echtzeit-Räumlichkeit in Cave 2


Foto©LongyouGrottoFestival

Andreas Weixler

Geboren 1963 in Graz, Österreich, experimenteller Gitarrist und Komponist mit einer Vorliebe für Atonalität, ungerade Beats und Elektronik.
Andreas Weixler studierte Komposition bei Andrzej Dobrowolski und Younghi Pagh-Paan an der KUG in Graz und mit Diplom bei Beat Furrer.

ART - künstlerische Aktivitäten

Andreas Weixler spezialisiert sich derzeit auf zeitgenössische Komposition und Improvisation mit mehrkanaliger Live-Elektronik und hochwertiger Netzperformance über die Kontiente.
Als Performer spielt er E-Gitarre in einem zeitgenössischen Stil mit Echtzeit-Elektronik in Österreich, Japan, Australien, Frankreich, Kroatien, Slowenien, Dänemark, Norwegen, Ohio und neuerdings auch online.
Er hat in 26 Ländern mehr als 200 Kompositionen und Medienarbeiten in den Bereichen Computermusik, audiovisuelle Interaktivität, zeitgenössische Komposition, Theater, Tanz, bildende Kunst, Film und Video realisiert, die auf mehr als 250 internationalen Festivals und Konferenzen - ICMC, SMC, ISEA, NIME und vielen anderen - uraufgeführt wurden, in Österreich, Deutschland, Frankreich, Schweiz, England, Nordirland, Zypern, Belgien, Italien, Holland, Ungarn, Tschechien, Kanada, Kolumbien, Brasilien, Kuba, Costa Rica, Mexiko, Russland, Ukraine, China, Taiwan, Japan, Singapur, Südkorea, Australien und den USA - Portraitkonzerte in Österreich, der Schweiz, den USA und Großbritannien.
Gemeinsam mit Se-Lien Chuang betreibt er seit 1996 das Atelier Avant Austria mit den Schwerpunkten Entwicklung audiovisueller interaktiver Systeme und audiovisueller Echtzeit/Nicht-Echtzeit-Verarbeitung, Computermusik und algorithmischer Komposition.
2018 wurden Andreas Weixler und Se-Lien Chuang von der ICMA - International Computer Music Association für ihr audiovisuelles interaktives Werk als bestes europäisches Werk ausgezeichnet.

LEC - Lehrtätigkeit

Er unterrichtet Computermusik als außerordentlicher Universitätsprofessor und Leiter des Computermusikstudios an der Anton Bruckner Privatuniversität sowie als Lektor bei Interface Culture in Linz und als Senior Lecturer an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Seine Konzepte führten zu Einladungen für Konzerte und Vorträge in Europa, Asien, Nord- und Südamerika. Andreas hielt 60 internationale Workshops und Vorträge in den Bereichen audiovisuelle Interaktion, virtuose Chancen, algorithmische Komposition, Realtime / Non-Realtime, iScore, Max, zeitgenössische Komposition in Japan, Taiwan, Südkorea, China, Hongkong, Singapur, USA, Kanada, Australien, Österreich, Deutschland, Schweiz, Schweden, England/UK, Nordirland/UK.

http://avant.mur.at


SamErpelding_kurzBiographie2023
Graifk © Gabriel Bramböck

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Gabriel Bramböck

Venus Anadyomene
fixed media ambisonics

„Senkrecht über dem Wasser, stehend, den treibenden Booten zugewandt, eine halbe Minute lang oder eine ganze, zeigte sich die Galeonsfigur. Aller Augen hingen an ihr. Niemand entsann sich, sie vorher gesehen zu haben. Ein Bild wie aus gelbem Marmor. Eine Frau. Statue einer schimmernden, rauh behäuteten Göttin. Venus anadyomene. Die Arme, nach rückwärts geschlagen, verfingen sich in braunes, meerumrauchtes Holz, die üppigen Schenkel umklammerten den stolzen Baum des Kiels. Ein mächtiger, verführerischer Gesang zu den Männern hinüber. Eine dreiste Verheißung strotzender Brüste. Dann war die Erscheinung verschwunden.“ (Hans Henny Jahnn: Fluß ohne Ufer)

Foto © Dino Mehadzic

Gabriel Bramböck

Geboren und aufgewachsen in Innsbruck. Erhielt Ausbildung auf den Instrumenten Tuba, Klavier, und Orgel; ferner in Gesang, Flöte, Klarinette, Saxophon und Violine. Wettbewerbs- und Konzerttätigkeit im In- und Ausland solistisch als auch in verschiedenen Orchestern und kammermusikalischen Ensembles. Werke für Solo-Instrumente, Streicher, Bläser, Stimmen, Orchester und andere Besetzungen. Aufführungen unter anderem im Brucknerhaus Linz, beim Festival Wien Modern, und im Wiener Konzerthaus. Mitgründer der Konzertreihe „antagōnisma – musik im widerstreit“ und des Künstlerkollektivs „kunstvolk“.




InterpetInnen

Foto © Privatarchiv Doris Nicoletti

Doris Nicoletti - Flöte

wurde in Graz geboren und erhielt den ersten Musikunterricht am Konservatorium ihrer Heimatstadt. Nach der Matura wechselte sie ans J.M.Hauer Konservatorium Wiener Neustadt und absolvierte gleichzeitig ein Soziologiestudium an der Universität Wien. 2005 setzte sie ihr Flötenstudium bei Barbara Gisler-Haase an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fort. Weitere wichtige LehrerInnen waren ua. Eva Furrer (Klangforum Wien), Philippe Bernold (CNSMD Lyon) und Chiara Tonelli (Mahler Chamber Orchestra).
Nach dem Konzertfachdiplom mit Auszeichnung erhielt sie das Startstipendium für Musik und darstellende Kunst des Bundeskanzleramts, womit ihre engagierte Zusammenarbeit mit der jungen KomponistInnen-Szene und daraus hervorgehende innovative musikalische Projekte unterstützt wurden. In den darauf folgenden Jahren gelang es ihr drei Mal, mit verschiedenen Formationen, in das Förderprogramm NASOM (The New Austrian Sound of Music) des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) aufgenommen zu werden.
Aktuell ist sie fixes Mitglied des Ensembles PHACE (www.phace.at), sowie auch von Studio Dan
(www.studiodan.at) und des Synesthetic Octets (www.synestheticoctet.com). Mit diesen Ensembles, sowie auch als Gastmusikerin beim Klangforum und dem RSO Wien und mit diversen kammermusikalischen Formationen konzertierte sie bei wichtigen Festivals, wie den Salzburger Festspielen, dem Lucerne Festival, den Wiener Festwochen, den Münchener Opernfestspielen, der Ruhrtriennale, bei Wien Modern, dem Steirischen Herbst, sowie im Lincoln Center New York, in der Berliner Philharmonie, im Muziekgebouw Amsterdam, der Elbphilharmonie, dem Wiener Konzerthaus und vielen mehr.
Von 2014-2020 diverse Lehraufträge für Flöte (Konzertfach und IGP) an der mdw- Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Im SS 2023 Zeitvertrag in Vertretung der Professur für Flöte am Franz Schubert Institut, mdw- Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Foto @Privatarchiv Eunhye Kim


Eunhye Kim - Klavier

Die Pianistin Eunhye Kim wurde im Jahr 1991 in Daejeon von Südkorea geboren, ist in Europa und Südkorea als Solistin und Kammermusikerin aktiv. Sie studierte bei Prof. Doris Adam vom Vorbereitungslehrgang bis zum Masterstudium an der Musik und Kunst Privatuniversität in Wien.

Sie studiert derzeit ein PPCM Studium für zeitgenössische Musik an der Kunstuniversität Graz beim Klangforum Wien. Sie arbeitete mit zahlreichen Künstlern zusammen, wie den Komponisten Frédéric Durieux, Alberto Posadas, Johannes Maria Staud, Franck Bedrossian, Peter Eötvös und A. und den Dirigenten Patrick Han, Bas Wiegers usw. Sie hat eine Uraufführungsaufnahme eines Stück von '21 Naseweise Notizen' von Komponist Friedrich Cerha zu seines 95. Geburtstag, die veranstaltet vom Doblinger Musikverlag in Wien. Sie hat am Projekt „Amophera“ vom Klangforum teilgenommen und an der Aufnahme mitgewirkt. Sie wurde zum Kompositionswettbewerb „Franz Schubert und die Musik der Moderne“ eingeladen und hat die Werke des Preisträgers aufgeführt. Sie führt ständig verschiedene zeitgenössische Performance-Aktivitäten wie Mumuth Graz, Forum Stadtpark Graz, Künstlerhaus Wien, Kammeroper Wien, Theater an der Wien usw. durch.

Derzeit ist sie als Pianistin/Performerin/Improvisatorin im Ensemble für zeitgenössische Musik und Performance „Coincidence“ aktiv und gibt als Solistin regelmäßig verschiedene Konzerte in Europa und Korea.



Foto Privatarchiv  Adam MacOwen

Adam McOwen - Violine


Adam graduated Magna Cum Laude from Berklee College of Music in Boston, having served as concertmaster of the Berklee String Chamber Orchestra and the Irving Berlin Festival Orchestra and performed with many of the school’s marquis bands including the Country, Klezmer and Bluegrass ensembles. Adam has played with a diverse array of musicians including Grammy award winners Michael Brecker, Sarah McLachlan, Mariah Carey, Darlene Love, Joe Lovano, Sir James Galway, Colbie Caillat, Lisa Fischer and Steven Tyler, as well as the more rebellious Hank Williams III, Glenn Danzig and the Murder Junkies, and has opened for Alicia Keys, k.d. lang, the Reverend Horton Heat, Flogging Molly, Z.Z. Top, Faith No More and Slayer, among others. Adam has recorded for film, television and commercial release in Boston, New York, Nashville and Los Angeles, and has appeared at Carnegie Hall, Kennedy Center's Millennium Stage, Madison Square Garden, Apple Computer Headquarters, the Country Music Hall of Fame, The Grand Ole Opry and at major music festivals including Wacken, Pukkelpop, Lowlands, the JVC Jazz Festival and South by Southwest. Adam is presently a student of Johannes Dickbauer at Anton Bruckner Private University, where he is researching a master’s thesis on questions raised by the application of deep learning technologies to the musical creation process





Bericht